Er kitet wie ein Weltmeister: Max Grieger im Interview

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Der 27-jährige Max ist in Köpenick geboren und lebt mittlerweile in dem wunderschönen Bremerhaven. Er kitet nicht nur in Deutschland, sondern fährt mit seinem Van durch ganz Europa und nutzt jede Meeresbucht. Seine tollen Moves und Sprünge auf dem Wasser begeistern seine wachsende Followerzahl. Wir stellen Dir diesen motivierten Sportler und seine Wassersportart vor – die nicht nur im Sommer Laune macht.

Max Grieger (Copyright: Benita Reichel)

Seit wann lebst Du in Bremerhaven und was hat Dich dorthin verschlagen?
Ungefähr Mitte 2014 bin ich nach Bremerhaven gezogen, erst zum Studieren und der Nähe zum Meer und dann bin ich bis heute geblieben.

Bist Du manchmal noch in Deiner Heimatstadt Berlin?
Leider nicht mehr so oft, vielleicht ändert sich das in Zukunft ja wieder.

Wie kamst Du zum Kitesurfen und wie hast Du diesen Sport gelernt?
Kitesurfen hat mich schon immer fasziniert und durch Freunde bin ich 2017 dann dazu gekommen es auszuprobieren. Nach ein paar Tagen probieren, kam ich dann dazu die ersten Meter zu fahren. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen. Ich empfehle es jedem, mal einen Kurs in einer Kiteschule zu machen, denn das Gefühl der ersten Meter ist unglaublich!

Warum ausgerechnet Kitesurfen? Was magst Du an dem Sport und welche Nachteile hast Du entdeckt?
Kitesurfen ist unglaublich vielseitig. Von ganz wenig Wind bis zum Sturm in der Welle oder im spiegelglatten Wasser kann man immer richtig viel Spaß haben. Am besten ist es immer mit guten Freunden zusammen an sonst leeren Spots, dann ist es fast egal welche Disziplin wir fahren. Nachteile habe ich am Kitesurfen noch nicht entdeckt, außer, dass man irgendwann anfängt dauernd nach dem Wind zu schauen und bei uns an der Nordsee noch zusätzlich nach der Tide, da wir hier durch die Gezeiten nicht immer Wasser am Strand haben.

Wo gehst Du am liebsten kiten und warum?
Da gibt es tatsächlich nicht diesen einen Ort, da ich sehr gerne Freestyle im flachen Wasser fahre, aber auch in den Wellen richtig viel Spaß habe. Es kommt oft drauf an, mit wem man unterwegs ist.

Du hast schon einige Sponsoren von Dir überzeugt. Wie hast Du das geschafft?
Ich bin losgezogen und habe einfach gefragt. Durch Fotos und Videos, die wir auf den Reisen produzieren und in Magazinen und auf Webseiten veröffentlicht werden, bekommen die Sponsoren auch einen Gegenwert. Für meine neuen Sponsoren werde ich dieses Jahr auch zu meinen ersten Wettkämpfen fahren.

Inwiefern sind aus Deiner Sicht Kitesurfen und normales Surfen miteinander vergleichbar? Wo liegen die Unterschiede?
Normales Wellenreiten und Kitesurfen haben sehr wenig gemeinsam. Der größte Unterschied ist, dass wir uns von einem großen Drachen ziehen lassen und keine Welle brauchen um zu surfen. Der Unterschied zum Windsurfen ist ganz klar: Wir Kitesurfer müssen nicht so viel Material zum Strand tragen! Alles, was wir brauchen, kann man easy auf dem Rücken tragen.

Würdest Du Kiten als „Dein Leben“ bezeichnen, oder gibt es Tätigkeiten, denen Du mindestens genauso gerne nachgehst?
Ja, das kann man schon so stehen lassen. Das Kitesurfen bestimmt meinen Urlaub, meine Freizeit und meine Laune. Oft gehen lange Phasen ohne Wind auch mit schlechter Laune einher. Kaum kommt der Wind und ich bin auf dem Wasser, dann ist alles vergessen!

Was machst Du, wenn Du nicht gerade auf dem Wasser bist? Ist Kiten für Dich „nur“ ein Hobby neben einem anderen Beruf?
Ich arbeite noch als Industriemechaniker in der Instandsetzung. Leider ist es recht schwierig vom Kitesurfen zu leben, da, wie auch in jedem anderen Sport, der Körper immer mitspielen muss. Nachdem ich mir beim Kitesurfen das Bein gebrochen habe, habe ich auch verstanden, dass es ganz sinnvoll ist, ein zweites Standbein zu haben.

Welche Pläne hast Du für die Zukunft?
Ich möchte meine Ziele erreichen: Dieses Jahr zwei Tourstopps der deutschen Meisterschaft im Freestyle mitzufahren, nächstes Jahr die gesamte Tour und auf jeden Fall so viel Zeit wie möglich auf dem Wasser zu verbringen!

Du interessierst Dich für Wassersport und möchtest im Sommer zumindest schonmal Surfen lernen? Dann informier Dich doch zum Beispiel mal bei der Surf- und Segelschule Müggelsee. Wie die Profis kiten, siehst Du auf Max‘ Insta. Dort lädt er regelmäßig coole Videos von sich zwischen Wasser und Wind hoch. Schau unbedingt vorbei!

Max Grieger (Copyright: Felix Schulke)
Max Grieger (Copyright: Felix Schulke)
Max Grieger (Copyright: Felix Schulke)